Painting

An enigmatic undercurrent runs through Chantal Maquet’s paintings. Usually working in series, the artist investigates her respective subject matter through the interplay of repetitions, variations, and deviations: an approximation to historical and current realities from her personal and extended environment, accompanied by various forms of alienation and defamiliarization. These include the iridescent color palette determined by strong complimentary contrasts, a dangerously seductive radiance that often runs counter to the pictorial content. The intersection of past and present, figuration and abstraction, the idyllic and the uncanny, as well as other contradictory moods and compositional principles contribute to this as well. Thus, Maquets figures and architectural structures, group depictions and individual portraits, urban and rural scenes, frequently realized on the basis of photographic source images, simultaneously have maximum presence and an otherworldly character. 

For Maquet, painting is an instrument of exploration and of deeper perception in her local environment as well as on journeys through the world and through personal and collective history. Whether the artist’s paintings venture into history, into Suburban Paradises, into the dynamics of interpersonal interactions, or into the socio-political frameworks in which female role patterns and misogynous, racist, or other exclusionary modes of behavior are perpetuated: the artist’s consistent approach is to look behind the phenomena of everyday life and to address the trans-temporal impact of the past on the present. Only in the exact recognition of that which is, lies the possibility of a liberation from cultural clichés and constrictions. Maquet employs painting as a medium of inquiry that draws the dark sides of reality into the light.

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Malerei

Eine rätselhafte Unterströmung durchzieht die Malerei von Chantal Maquet. Meist seriell arbeitend, erforscht die Künstlerin ihren jeweiligen Gegenstand im Spiel von Wiederholungen, Variationen und Abweichungen: eine Annäherung an historische und aktuelle Realitäten aus dem persönlichen oder weitergefassten Umfeld, die mit verschiedenen Formen der Verfremdung einhergeht. Dazu gehört die irisierende, von starken Komplementärkontrasten bestimmte Farbpalette, ein gefährlich verführerisches Leuchten, das den Bildinhalten oft zuwiderläuft. Auch die Überschneidung von Vergangenheit und Gegenwart, Figuration und Abstraktion, dem Idyllischen und dem Unheimlichen sowie anderen gegenläufigen Stimmungslagen und Kompositionsprinzipien trägt dazu bei. So haben Maquets Figuren und Architekturen, Gruppendarstellungen und Einzelbildnisse, urbane und ländliche Szenen, vielfach nach fotografischen Vorlagen umgesetzt, zugleich größte Präsenz und etwas Entrücktes. 

Malerei ist für Maquet ein Instrument der Erkundung und der Wahrnehmungsvertiefung im heimischen Environment ebenso wie auf Reisen durch die Welt sowie durch die persönliche und kollektive Geschichte. Ob die Künstlerin mit ihrer Malerei in die Historie eintaucht, in Vorstadtparadiese, in die Dynamik zwischenmenschlicher Interaktionen oder in die gesellschaftspolitischen Rahmungen, in denen sich weibliche Rollenmuster und misogyne, rassistische, oder anderweitig ausgrenzende Verhaltenskodexe verfestigen: das durchgängige Sujet der Künstlerin ist der Blick hinter alltägliche Erscheinungen und die Thematisierung der zeitübergreifenden Auswirkungen der Vergangenheit auf die Jetztzeit. Nur im genauen Erkennen dessen, was ist, liegt die Möglichkeit einer Befreiung aus kulturellen Klischees und Engführungen. Maquet setzt die Malerei als Medium der Erkundung ein, das die Schattenseiten der Wirklichkeit ans Licht holt.

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